Wilhelm Brockhaus (Schriftsteller)

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Peter Friedrich Wilhelm Brockhaus (*  30. August  1819 in  Himmelmert bei  Plettenberg; †  31. Oktober  1888 in  Duisburg) war ein deutscher  Schriftsteller,  Komponist und  Evangelist der  Brüderbewegung.

Inhaltsverzeichnis

[ Bearbeiten] Leben

Wilhelm Brockhaus war der älteste Sohn des  Volksschullehrers Friedrich Wilhelm Brockhaus (1793–1878) und der Bruder von  Carl Brockhaus (1822–1899), dem Gründervater der  Brüderbewegung in Deutschland.

Nach seiner Schulzeit besuchte Brockhaus von 1836 bis 1838 das Lehrerseminar in  Soest. 1838 trat er in Epscheid bei  Breckerfeld seine erste Lehrerstelle an; ab 1842 unterrichtete er in  Rüggeberg. 1843 heiratete er Wilhelmine Escher (1809–1877) aus Glörfeld bei  Halver, mit der er sieben Kinder hatte.

Wie sein Bruder Carl wurde auch Wilhelm Brockhaus Mitglied des „Elberfelder Erziehungsvereins“ und des „Evangelischen Brüdervereins“. 1850 übernahm er von seinem Bruder die Redaktion der Zeitschrift des Erziehungsvereins, Der Kinderbote, die durch ihn zum damals meistgelesen Blatt dieser Art in Westdeutschland wurde (Auflage zeitweise 23.000 Exemplare). Ende 1852 trat er gemeinsam mit Carl Brockhaus aus dem (landeskirchlich orientierten) Evangelischen Brüderverein aus und wandte sich der (freikirchlichen)  Brüderbewegung zu, blieb aber weiterhin für den Elberfelder Erziehungsverein schriftstellerisch aktiv. Neben vielen kürzeren Beiträgen für den Kinderboten verfasste er unter dem Reihentitel Saat und Ernte mindestens 16  romanhafte Erzählungen „für die reifere Jugend und ihre Freunde“, die meist geschichtliche Stoffe behandeln, vorzugsweise aus der  Reformationszeit. Auch für die Zeitschriften seines Bruders schrieb er Artikel. Aus seiner Feder stammen ferner fünf Liedtexte und 22 Melodien, die in das  Gesangbuch der Brüderbewegung, die Kleine Sammlung geistlicher Lieder (1853ff.), Eingang fanden.

Nachdem Brockhaus 1854 seinen Lehrerberuf aufgegeben hatte, übersiedelte er 1866 nach  Elberfeld. Neben seiner schriftlichen Arbeit betätigte er sich auch erfolgreich als  Evangelist und Erweckungsprediger, der oft für die Gemeindegründungen seines Bruders Carl die Vorarbeit leistete. Er starb im Alter von 69 Jahren im Haus seines Schwiegersohns in Duisburg.

[ Bearbeiten] Werke

Wilhelm Brockhaus’ Schriften erschienen entweder unter den Initialen „W.B.“ oder ganz anonym. Eine vollständige Liste seiner Veröffentlichungen lässt sich daher heute nicht mehr zusammenstellen.

In der 22-bändigen Reihe Saat und Ernte des Elberfelder Erziehungsvereins tragen folgende Erzählungen die Initialen „W.B.“ (in der Regel mehrere Auflagen ohne Jahresangaben):

Die Bände 16, 21 und 22 von Saat und Ernte tragen die Namen anderer Autoren; die Bände 18–20 erschienen anonym, könnten also von Wilhelm Brockhaus stammen:

Außerhalb der Reihe Saat und Ernte erschienen folgende Erzählungen von W[ilhelm] B[rockhaus] im  R. Brockhaus Verlag, Elberfeld (ohne Jahresangabe):

Bekannt ist außerdem eine dogmatische Schrift von Wilhelm Brockhaus:

[ Bearbeiten] Zitat

Der Freikirchenhistoriker Walther Hermes urteilt über Wilhelm Brockhaus als Erzähler:

„Freilich ist er stellenweise ein wenig breit, seine Bildwürfe der handelnden Personen treten etwas unvermittelt auf und sind hier und da auch etwas lebensfern. Aber das geht zum Teil zurück auf die Zeitsitte und Zeitwünsche. Es führt auch nie zur Untreue und Unwahrhaftigkeit und wird dabei reichlich aufgewogen durch die Treuherzigkeit seiner Schilderungen, die sehr an Christoph von Schmidt erinnern. In der Schilderung der geschichtlichen Zeitlage und der Verknüpfung des Fadens der Darstellung hiermit ist er geradezu ein Meister, der manchmal an  Scott und  Dahn erinnert, wenn ihm auch die Gestaltungskraft dieser Großen nicht eigen ist. Auf dem Boden der christlichen Erzählkunst haben ihn darin bis heute wenige erreicht. Das Gebiet, in dem er am besten daheim ist, ist die  Reformationsgeschichte, und zwar diejenige aller Länder [...]. Gern führt er auch auf den Boden seiner  sauerländischen Heimat, namentlich in die Berge und Wälder  Plettenbergs und seiner Umgebung. Seine See- und Seefahrergeschichten lassen ihn einiges verwandt sein mit  W. O. von Horn, von dem ihn aber wieder das unterscheidet, daß ihm Christentum als Sitte und Gewohnheit fremd ist und er stets bei den jungen Lesern auf eine klare Entscheidung für  Jesus, den Kinderfreund, hinarbeitet, ohne daß das allerdings auf jeder Seite gesagt wird. Ueberhaupt ist er einer der wenigen Jugendschriftsteller, der die Mittel kirchlicher und übermittelter Gefühlsbeeinflussung mit  Konfirmation und  Abendmahl unbenutzt läßt.“

Walther Hermes: Hermann Heinrich Grafe und seine Zeit, S. 127f.

[ Bearbeiten] Literatur

[ Bearbeiten] Weblinks

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